Wenn Sie in England einen Verein oder eine Boxhalle leiten, stehen Sie früher oder später vor einer Entscheidung: Sollten Sie sich England Boxing oder der Amateur Boxing Alliance (ABA) anschließen? Dieser Leitfaden erklärt, wer diese beiden Verbände sind, in welcher Beziehung sie zueinander stehen und was die Entscheidung für den einen oder anderen Verband in der Praxis in der Regel bedeutet – neutral und ohne auf sich ändernde Regeln einzugehen.
Ein kurzes Wort zum Namen „ABA“
Die Bezeichnung „ABA“ sorgt für echte Verwirrung, daher lohnt es sich, dies zunächst zu klären. Die historische Amateur Boxing Association of England – gegründet in der viktorianischen Ära – ist der Verband, der sich in den 2010er Jahren in „England Boxing“ umbenannt hat. Die ursprünglichen „ABA-Meisterschaften“ gehören zu dieser Tradition. Wenn heute von „der ABA“ als eigenständiger Organisation die Rede ist, ist damit in der Regel die moderne Amateur Boxing Alliance (England) gemeint, ein unabhängiger Basisverband, der später als Alternative gegründet wurde. „ABA“ kann also je nach Epoche und Sprecher zwei verschiedene Dinge bezeichnen. In diesem Leitfaden steht „ABA“ für die moderne Amateur Boxing Alliance.
England Boxing: der anerkannte nationale Dachverband
England Boxing ist der von Sport England anerkannte nationale Dachverband (NGB) für den Amateurboxsport in England. Die Anerkennung als NGB ist von Bedeutung, da sie eine Verbindung zur übergeordneten offiziellen Struktur des Sports herstellt.
- Olympischer und Leistungssport-Weg. England Boxing ist Teil des britischen Leistungssport-Wegs (GB Performance Pathway), der den anerkannten Weg in die Nationalmannschaften und letztendlich zum Boxsport auf olympischem Niveau darstellt.
- Nationale Meisterschaften und ein umfangreicher Wettkampfkalender. Der Verband unterhält eine große, seit langem etablierte Meisterschaftsstruktur über alle Altersgruppen und Leistungsstufen hinweg.
- Mitgliedschaft, Registrierung und ein nationales Regelwerk. Vereine schließen sich dem Verband an, Trainer und Boxer lassen sich registrieren, und die Wettkämpfe finden nach einem zentral gepflegten Regelwerk statt.
- Internationale Ausrichtung. Als nationaler Dachverband (NGB) orientiert sich der Verband am Rahmenwerk des zuständigen internationalen Verbandes für den Amateurboxsport.
Für einen Verein, der Boxer für den Elite- oder internationalen Wettkampf fördern möchte, ist der anerkannte Förderweg in der Regel der Hauptanziehungspunkt.
Die Amateur Boxing Alliance: eine Alternative an der Basis
Die Amateur Boxing Alliance (England) wurde als unabhängige Alternative für Vereine gegründet, die ein anderes Modell suchten. Sie wird ehrenamtlich von Mitgliedern der Mitgliedsvereine geleitet und legt den Schwerpunkt vor allem auf die Beteiligung an der Basis und die lokale Zugänglichkeit.
- Mitgliedergeführte Leitung. Ihr Regelwerk wird durch Abstimmungen der Mitglieder gestaltet, sodass die Trainer, die die Boxhallen leiten, direkten Einfluss darauf haben, wie die Organisation geführt wird.
- Eigene Wettkampfstruktur. Die ABA veranstaltet Turniere und Meisterschaften für alle Alters- und Leistungsstufen, oft mit Einteilungen, die darauf ausgelegt sind, neue Wettkämpfer mit anderen auf einem ähnlichen Niveau zusammenzubringen.
- Versicherungs- und medizinische Vorkehrungen. Sie bietet ein eigenes Versicherungs- und medizinisches/Registrierungssystem für Mitgliedsvereine und Boxer an.
- Flexibilität bei der Teilnahme an anderen Sportarten. In der Regel ist es Boxern gestattet, an anderen geregelten Kampfsportarten teilzunehmen, wobei die Vereine die entsprechenden Aufzeichnungen auf dem neuesten Stand halten.
Für einen Verein, dessen Schwerpunkt auf Community-Boxen, regelmäßigen Veranstaltungen und einer zugänglichen Wettkampfrangliste liegt, kann das Allianzmodell gut geeignet sein.
Was die Wahl des jeweiligen Verbandes tatsächlich beeinflusst
Egal, wofür Sie sich entscheiden – Ihre Wahl des Verbandes wirkt sich auf dieselben praktischen Bereiche aus. Jeder Verband legt seine eigenen aktuellen Bestimmungen fest; betrachten Sie die folgenden Punkte daher eher als Vergleichskategorien denn als feststehende Fakten:
- Mitgliedschaft und Registrierung – wie sich Vereine, Trainer und Boxer anmelden und was das kostet.
- Wettkämpfe und Veranstaltungen – bei welchen Veranstaltungen Ihre Boxer antreten können und wie ihre Bilanz anerkannt wird.
- Versicherung und medizinische Versorgung – was ist enthalten und welche Anforderungen stellt der jeweilige Verband vor dem Sparring oder einem Kampf?
- Karrierewege – wie weit ein Boxer aufsteigen kann und ob dies einen anerkannten Elite-Weg beinhaltet.
- Regeln und Sicherheitsanforderungen – einschließlich Ausrüstung und Kriterien für die Kampfzusammenstellung, die sich je nach Verband unterscheiden.
Ein wichtiger Hinweis: Die Bilanz und die Teilnahmeberechtigung eines Boxers gelten in der Regel nur für den Verband, unter dessen Flagge er antritt; sie werden also nicht automatisch auf andere Verbände übertragen. Wenn Sie einen Wechsel in Erwägung ziehen – oder in beiden Verbänden aktiv sind –, klären Sie die aktuelle Situation bitte direkt mit dem jeweiligen Verband ab.
Informieren Sie sich immer bei der offiziellen Quelle
Mitgliedsbeiträge, medizinische Anforderungen, Sanktionsregeln und Gewichtsklassen ändern sich im Laufe der Zeit und unterscheiden sich je nach Verband. Anstatt sich auf eine Zahl zu verlassen, die Sie irgendwo gelesen haben, sollten Sie direkt auf die offizielle Website des jeweiligen Verbandes gehen, um die aktuellen Einzelheiten zu erfahren, bevor Sie beitreten, an einer Veranstaltung teilnehmen oder einen Kampf vereinbaren. Wenn du noch keine Erfahrung mit der Kampfvermittlung hast, führt dich unser Leitfaden zur Organisation eines Amateurboxkampfs durch die praktischen Schritte, und unser Erklärbeitrag zu Gewichtsklassen und Alterskategorien im Amateurboxen beschreibt, wie die Kampfvermittlung in der Regel abläuft.
Wie BoxerConnect beides handhabt
BoxerConnect unterstützt Vereine und Boxer sowohl von „England Boxing“ als auch von der „Amateur Boxing Alliance“. Da die beiden Verbände getrennte Wettkampfstrukturen betreiben und die Kampfbilanz unabhängig voneinander anerkennen, hält die Plattform die Vereine und Boxer der jeweiligen Verbände bewusst getrennt – eine für Großbritannien spezifische Notwendigkeit, die verbandsübergreifende Fehlpaarungen verhindert, wenn Sie nach Gegnern oder Sparringspartnern suchen. Sie können im Vereinsverzeichnis nach angeschlossenen Boxclubs suchen und BoxerConnect nutzen, um geeignete, gleichwertige Gegner, Sparringspartner und Kämpfe für Ihre Boxer zu finden.
Tragen Sie Ihren Verein kostenlos bei BoxerConnect ein – unabhängig davon, welchem Verband Sie angehören – und knüpfen Sie Kontakte zu den richtigen Gegnern.